Seit 2015 in aller Munde, müsste die sog. Flüchtlings-“Krise” inzwischen jedem ein Begriff sein. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 haben etliche Faktoren, wie Bürgerkrieg, schlechte Aussichten auf Arbeit, Terrorismus oder sonstige soziale Missstände dazu geführt, dass sich die Asylanträge in Europa aus Ländern wie u. A. Syrien, dem Kosovo, Afghanistan, Albanien und dem Irak von knapp 200.000 in den Vorjahren auf ca. 1.300.000 mehr als versechsfacht haben.

Unzählige Jugendliche sind aufgrund dieser Missstände mit der Aussicht auf ein besseres Leben mit ihren Familien oder auch alleine nach Europa geflohen. Die Angst vor dem Unbekannten und vor Verlust von Wohlstand und dem bislang herrschenden Status Quo hat zu einer tendenziell negativen Berichterstattung über geflüchtete Menschen und über den Umgang mit ihnen geführt und die kleinen bis großen Lichtblicke leider untergehen lassen. Tatsächlich gibt es zahlreiche gute Projekte, Initiativen und Menschen, die sich tagtäglich für geflüchtete Menschen und für ein gutes Miteinander einsetzen. Zu genau solchen zähle ich das Projekt Skaid. Bevor es also um meine erste Skaid-Session mit den Jungs geht, möchte ich kurz erklären, worum es in diesem Projekt geht.

Es heißt safety first bei Skaid

Skaid ist ein im April 2017 gegründetes Sozialprojekt, das auf dem festen Glauben basiert, dass Sport Menschen zusammenbringt und so zu einem konstruktiven interkulturellen Verständnis und Miteinander zwischen Einheimischen und geflüchteten Menschen positiv beiträgt. Das Mittel der Wahl ist das gemeinsame Skateboarden.

Persönlich wollte ich schon immer mal in die Skate-Fotografie reinschnuppern. Vor knapp drei Wochen hatte ich endlich die Chance zum ersten Mal mit den Jugendlichen von Skaid und ihrem Trainier Tun fotografieren zu gehen. Was soll ich sagen? Die Session mit den Jungs am Tivoli-Park in Innsbruck hat irre Spaß gemacht – nicht nur weil Tun nach 10 Minuten gefühlt bereits 10 Stürze auf dem Konto hatte, sondern weil man merkt, dass die Kinder und Betreuer mit ganzen Herzen bei der Sache sind. Es hat Spaß gemacht die Jungs mit meiner Kamera beim Training zu begleiten, Lachen und lernen zu sehen.

Skaid ist ein soziales Projekte das Sport nutzt um Menschen zusammen bringt

Was ist Skaid?

Skaid bietet wöchentliche Skateboard-Kurse für geflüchtete und sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene an. Im Rahmen des Projekts werden außerdem Veranstaltungen und weitere Freizeitaktivitäten (z.B. Skifahren) organisiert.
Alle Beteiligten des Skaid Teams glauben fest daran, dass der Lernprozess und damit der Kompetenzerwerb das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit der Jugendlichen erhöht und das in weiterer Folge ihr Wohlbefinden und ihre Widerstandsfähigkeit gegen negative Erfahrungen wie etwa der Konfrontation mit Rassismus verbessern kann.

Skatelehrer Tun springt über ein Skateboard

Skaid soll den Kindern Überzeugung, Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und Integration über den Sport vermitteln. Dabei sollen sie ermutigt werden sich innerhalb unserer Gesellschaft zu bewegen – im doppelten Sinne.

Warum gerade durch Skaten?

Skaten ist nicht nur eine Sportart, die Spaß macht, sondern die auch für eine Lebenseinstellung steht, mit der sich Jugendliche identifizieren können. Fühlt man sich als Skater, steht nicht im Vordergrund woher man kommt, sondern was man macht!

Die Skaid Gruppe lacht

Schlusswort

Es passiert genügend Unnützes auf dieser Welt, umso mehr finde ich Zusammenhalt und Integration in unserer Gesellschaft, besonders in unserer heutigen Zeit, wichtiger denn je. Daher ist es schön zu sehen, dass sich die richtigen Leute Gedanken machen und genau solche Projekte wie Skaid entstehen. Aus diesem Grund möchte ich mit meiner Fotografie dieses Projekt regelmäßiger begleiten. Wer noch mehr erfahren möchte, der sollte Skaid’s Facebook oder Instagram Seite nicht verpassen. Sobald Tun’s Weh-Wehchen wieder verheilt sind, wäre ich wieder bereit für die nächste Skaid-Session.